News

„Nicht ständig vor Krisen fürchten“
(Westfalen-Blatt 08.11.2021)

Klimawandel, demografische Entwicklung, Digitalisierung, Folgen der Corona-Krise, Inflationsangst, die Bedrohung durch Chinas Aufstieg: Die deutsche Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Dass es aber trotz vieler Probleme Grund auch zum Optimismus gibt, das hat der aus Höxter stammende Prof. Dr. Nils Goldschmidt zum Thema seines neuen, viel beachteten Buches „Gekippt“ gemacht. Der Ökonom (Abitur 1989 am KWG Höxter) trägt auf 270 Seiten in einer auch für Laien gut verständlichen Sprache Analysen und Lösungsvorschläge vor. „Was wir tun können, wenn Systeme außer Kontrolle geraten“ kündigt Goldschmidt Antworten an. Und liefert auch.

Wir leben in einer Zeit, in der Vieles bedroht ist, was lange als selbstverständlich galt: öffentliche Gesundheit, Demokratie und Friede, soziale Sicherheit, wirtschaftlicher Wohlstand und eine intakte Umwelt. Sogenannte Kippmomente bezeichnen solcherlei Situationen, in denen sich ein System (ökologisch, politisch oder sozial) plötzlich und unumkehrbar ändert. Das Wissen um sie ist für das Verständnis unserer komplexen Gegenwart essenziell. Die Autoren Nils Goldschmidt und Stephan Wolf (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Uni Siegen) machen deutlich, dass Kippmomente keine unabänderbaren Schicksale sind, sondern beeinflusst und abgewendet werden können. Das Buch zeigt, wie wir Zukunft in einer sich immer schneller wandelnden Welt gestalten können, anstatt uns vor der nächsten Krise zu fürchten.

Genau das ist ein Ansatz, den viele gerne schwarzmalende Bestseller-Autoren und Talk-Show-Unken mit ihren Horrorszenarien zu Corona und Weltwirtschaft vermissen lassen. Einige nachhaltig im Gedächtnis bleibende Sätze stechen im Goldschmidt-Buch heraus: „Wir haben an zahlreichen Stellen gezeigt, dass es vor ökonomisch Schwächsten sind, die wir bei all den erforderlichen politischen Entscheidungen in den Blick nehmen müssen. Klimaschutz auf Kosten der Armen, das wäre gesellschaftspolitisch fatal. Aber auch bei der zweiten Megakrise unserer Zeit, der Corona-Pandemie, dürfen wir nicht vergessen: Wir sind alle von der Krise betroffen, aber wer wenig Einkommen und Handlungsmöglichkeiten hat, der ist existenziell in Gefahr. Stellen wir die Hebel in Richtung einer stabilen, ökologischen und sozial ausgeglichenen Gesellschaft.“

Prof. Goldschmidt, dessen Mutter Edith und Bruder Ralf mit Familie in Höxter leben, hat sich der Sozialen Marktwirtschaft verschrieben. Dieses Credo zieht sich wie ein roter Faden durch das neue Buch. Weder die reine Marktwirtschaft noch staatlicher Dirigismus führen zum Erfolg, sondern „beherztes Eingreifen“. Schon die Kapitelüberschriften haben Aussagekraft: „Die ökologische Krise ohne Revolution meistern“, „Neue Arbeitswelten und warum uns ein Grundeinkommen nicht glücklicher macht“ oder „Warum die vier Internetgiganten unsere Demokratie bedrohen“.

Prof. Goldschmidt arbeitet in seinem Buch etliche Kippmomente heraus. Diese Weggabelungen auf vielen Ebenen sollten nicht andere gestalten, sondern jeder müsse Einfluss nehmen, denn jetzt werde Zukunft für Jahrzehnte entschieden.

Der Ökonom spricht sich für die Weiterentwicklung des Sozialstaates aus, aber behutsam und durchdacht und nicht mit dem Füllhorn. Bricht Europa auseinander? Auch das ist eine im Buch geäußerte Sorge. Der Brexit sei ein Kippmoment, ähnliche drohten durch Angriffe auf den Rechtsstaat in Polen und Ungarn; und in den Kernländern wie Frankreich und Deutschland sinke die Zustimmung zu EU. Die Autoren fordern härtere Sanktionen der EU gegen Länder wie Polen. Die Reduktion des Brüsseler Geldflusses sei wichtig. Generell, auch in der Außenpolitik, wird ein sichtbarerer europäischer Weg gefordert. (WB)

"Kein unabwendbares Schicksal"
(Badische Zeitung 19.10.2021 S. 16)

Ein Wort ist populär geworden. Die Rede ist vom Kippmoment, von dem regelmäßig gesprochen wird, wenn es um das Erdklima geht. Der Begriff hilft jedoch auch hervorragend, um die mögliche Entwicklung anderer Systeme zu begreifen. Das zeigen Nils Goldschmidt, früher Forschungsreferent am Freiburger Eucken-Institut und heute Professor für kontextuale Ökonomik und ökonomische Bildung an der Uni Siegen, gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Stephan Wolf in ihrem neuen Buch „Gekippt“. Unter Kippmomenten versteht man Situationen, in denen sich der Zustand eines Systems – zum Beispiel eines Sees, aber auch einer Gesellschaft – dramatisch und auf Dauer verändern kann. „Wir leben in einer Zeit, in der vieles auf der Kippe steht“, schreiben der BZ-Mitarbeiter Goldschmidt und Wolf. Jedoch sind Kippmomente keine unabwendbaren Schicksale. Vielmehr müsse man rechtzeitig die richtige Abzweigung finden – sei es bei der Sicherung der Rente, der westlichen Demokratien oder der Europäischen Union. Wie, beschreiben die Verfasser des Buches. (bkr)

Mehr News zum Buch finden Sie bald an dieser Stelle.

Bis dahin empfehlen wir einen Blick in den Trailer!

Jetzt anschauen